Frag 10 Trainer und Du bekommst 15 Antworten - und die ungezählten Tipps auf der Hundewiese noch ungefragt dazu.
Na grundsätzlich kannst Du Dir die Antwort natürlich selbst geben. Aaaaber manches mal wäre eine Übersetzung des Problems in menschliche Denkweise gar nicht so verkehrt. Der Hund das unbekannte Wesen ... Dabei haben auch wir Gefühle, Emotionen, Instinkte ... und mit genügend Empathie (statt Befehlston und "Unterordnung") würdet Ihr Menschen manches besser verstehen. Und das ist die Grundvoraussetzung für ein harmonisches und respektvolles Miteinander. Wer bringt den Menschen eigentlich bei, mit ihren Hunden ständig in strengem Kommandoton zu reden? Versuche es doch mal mit freundlich und fürsorglich. Versprochen, das geht!
Ich bin kein Sklave und kein Befehlsempfänger, ich bin ein Individuum. Hab mich lieb, respektiere mich und sorge dafür, dass ich mich als Persönlichkeit entwickeln und entfalten kann. Ich möchte nicht ständig "auf meinem Platz" liegen und einem Tamagotchi gleich unsinnige Befehle ausführen. Sei mir ein gutes Vorbild, vermeide Stress-Situationen (sprich, lass uns aggressiven Leinenpöblern u.ä. doch einfach gelassen und fröhlich pfeifend aus dem Weg gehen) und schütze mich wo nötig. Dann brauchst Du Dich auch nicht künstlich "aufblasen" um mir Deine "Führungsqualitäten" zu beweisen.
Sei konsequent und fair, liebevoll, ehrlich und zuverlässig uns Hunden gegenüber. Höre auf, mit Hunden zu schimpfen, zeige ihnen, wie sie etwas gut und richtig machen und bestärke sie darin, statt ihnen ständig dies und das zu verbieten. Mir jedenfalls gefällt meine Welt so und ich danke es den Lebewesen um mich herum mit meiner gutgelaunten offenen und zugewandten Art.
Mir graut es, deswegen erstmal in aller Kürze, wer für ein Zusammenleben mit seinem Hund Hilfsmittel wie Disc-Scheiben, Rappeldosen, Wurfketten, Sprühflaschen, Erziehungsgeschirr oder gar schlimmeres benötigt, der hat irgendwie die Kontrolle verloren (so wie das mit der Jogginghose bei Karl Lagerfeld ;-) ). Die einzig wichtigen "Hilfsmittel" kann man nicht kaufen. Das sind ein gutes Vertrauensverhältnis und eine gegenseitige Bindung, Empathie ... das Erlernen der Hundesprache (!!!). Das kann man nur gemeinsam erarbeiten.
Ganz ehrlich? Je später desto besser! Keiner kann mir die wichtigsten Grundsteine fürs Leben besser mitgeben als meine Mama und meine Wurfgeschwister, vor allem wenn ich später Einzelhund werde. Ich hatte ja zu meinem späten Umzugstermin (mit 4 Monaten) auch noch das große Glück, in ein soziales Hunderudel aufgenommen zu werden. Und glaubst Du allen Ernstes, dass ich mein Frauchen jetzt weniger liebe? Mitnichten! Dass ich schon nach wenigen Tagen gehört habe "wie eine Eins" verdanken wir dem Umgang miteinander, so wie ich es hier erzähle.
Und was ist denn das für ein egoistisches Argument, dass ich besser auf meine Menschen geprägt bin, wenn ich mit 8 Wochen umziehe? Und wieso ist eine solche "Fehlprägung" denn wünschenswert? Ich bin ein Hund und sollte zuallererst auf Hunde geprägt sein. Das macht das spätere Zusammenleben nämlich viel einfacher. Und meinem liebevollen Menschen (siehe oben) folge ich später sowieso durch dick und dünn, glaube es mir! Meine älteste Vorgängerin ist mit 11 Jahren erst hier eingezogen, war eine vermeintlich sture Beagle-Omi, die zudem nichts kennen gelernt hatte. Und? Ja natürlich ging sie mit meinem Frauchen durch dick und dünn und war folgsam, dass mancher Schäferhund blass geworden wäre vor Neid.
Mal schauen, was mir später noch so für diese Seite einfällt.
